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Eine kombinierte Spundwandlösung von ArcelorMittal trägt zum Schutz des Yser-Flusses vor Sturmfluten bei

Aufgrund des zunehmenden Risikos von Sturmfluten in der Nordseeregion ist der Hochwasserschutz in diesem Gebiet von größter Bedeutung. Diese Fallstudie präsentiert eine Sturmflutsperre, die mit einer kombinierten Spundwandlösung von ArcelorMittal an der Mündung des Flusses Yser in der belgischen Stadt Nieuwpoort errichtet wurde.

Gewappnet für stürmischere Zeiten

Sturmfluten gehören zu den größten Naturgefahren in der Nordseeregion. Heutzutage sind vor allem die Küstenhäfen durch Überschwemmungen aufgrund von schweren Stürmen bedroht. Um die Küste und das Küstengebiet davor zu schützen, verabschiedete die flämische Regierung 2011 den Masterplan für Küstensicherheit. Dieser Plan sah den Bau eines Sturmflutwehrs an der Mündung des Flusses Yser in Nieuwpoort vor. Nach eingehenden Studien wurde eine horizontale Barriere mit einer Durchfahrtsbreite von 38 Metern geplant.

Ein drehbares Schutztor...

Die bewegliche Stahlkonstruktion des Sperrwerks dreht sich um eine horizontale Achse. Wenn es geöffnet ist, ist die Barriere in einer Betonschwelle am Grund der Yser versenkt. Sie dreht sich zwischen zwei Stahlgusswellen, die in Betonwiderlagern verankert sind, die mit den Ufern der Yser verbunden sind.

Bei Flut erreicht der Wasserstand 5 Meter über dem durchschnittlichen Niedrigwasserstand (TAW*). In Kombination mit einem schweren Sturm – durchschnittlich zweimal pro Jahr – kann der Wasserstand der Yser auf mehr als 6 Meter über dem mittleren Niedrigwasserstand (TAW) ansteigen. In diesem Fall wird das Sturmflutwehr um 90 Grad gedreht und versperrt den Zugang zum Hafen. Das Wehr kann sogar einen Anstieg von bis zu 8 Metern über dem mittleren Niedrigwasserstand (TAW) bewältigen, aber diese Situation tritt statistisch gesehen nur einmal alle tausend Jahre auf. Bei der Planung des Projekts wurde ein Anstieg des Meeresspiegels um 80 cm bis zum Jahr 2100 berücksichtigt.

Zu Wartungszwecken kann die Barriere um 180 Grad in die horizontale Wartungsposition gedreht werden. In den Widerlagern werden große seitliche Kanäle (Entlastungskanäle) gebaut. Diese können zusätzliche Wassermassen aufnehmen, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit bei Springflut unter 3 Knoten gehalten und die Beeinträchtigung der Freizeitschifffahrt verringert wird.

...zwischen zwei Baugruben mit einer kombinierten Stahlspundwandlösung

Die beiden Baugruben für die Widerlager wurden aus kombinierten Spundwänden errichtet. Jede Grube bestand aus 53 Rohrpfählen Ø1420 x 21,6 mm in S 460 MH mit einer Länge von 31,5 m und Ausfachungsspundwänden AZ® 28-700 in S 240 GP mit einer Länge von 26,5 m. Die Rohr-Königspfähle wurden mit einem Rammbär PVE 2350 VM installiert und mit einem IHC-Hydrohammer S150 auf die endgültige Position gebracht. Aufgrund des starken Wasserdrucks auf die kombinierten Wände wurden die C6-Schlösser der Rohre und die mittleren Schlösser der Spundwände mit Beltan® Plus-Dichtmittel gefüllt.

Für jede Baugrube wurden 42 Rohrpfähle Ø1270 x 16 mm aus S 355 J0 mit einer Länge von 12,9 m und einer Überlänge von 8,6 m installiert, um sie mit einem Vibrationshammer über dem Wasserspiegel zu rammen. Sie wurden mit einem Rammbären PVE 250M 9 m tief in den tertiären Ton gerammt.

Die Rohre wurden ausgehoben und teilweise mit Beton gefüllt. Auf der kombinierten Wand wurde ein Stützsystem mit Ø1067 x 14 mm Rohren als Druckstreben und HEM700-Wandriegeln installiert.
Nach dem Ausbaggern der Baugrube wurde eine 2 Meter dicke Schicht Unterwasserbeton gegossen. Anschließend konnte die Grube bis auf -12,6 m TAW entwässert werden. Die Gründungspfähle wurden auf -12,6 m TAW abgeschnitten und eine 3 Meter dicke Bodenplatte aus Beton gegossen. Die abgeschnittenen Pfähle wurden zur Herstellung der Gründungspfähle der zweiten Baugrube verwendet.

Projektzeitplan

Im April 2022 wurde die 4500 t schwere Betonschwelle zwischen den beiden Widerlagern installiert. Zusätzlich zu den Baugruben wurden weitere kombinierte Stahlwandlösungen, Spundbohlen und Rohre für die Kaimauern an beiden Böschungen, die derzeitigen Leitwände, eine Baugrube für die Entlastungskanäle, die Leitwände und die Dalben installiert. Das Projekt begann im Februar 2018 und wurde 2025 abgeschlossen.

ArcelorMittal-Produkte

Rohrpfähle: 7323 Tonnen (für Widerlagergruben: 3217 Tonnen, andere: 4106 Tonnen)
Spundwände: 2914 Tonnen (für Widerlagergruben: 658 Tonnen AZ 28-700, andere: 2256 Tonnen)

Projektdaten

  • Nieuwpoort
  • Belgien
  • 2025
  • Planung:
    Arcadis, Brüssel
  • Projektinhaber:
    Agentschap Maritieme Dienstverlening en Kust, afdeling Kust, Oostende
  • Bauunternehmen:
    THV Herbosch-Kiere - Jan De Nul, Nieuwpoort
  • Text:
    ArcelorMittal Sheet Piling
    Constructalia
  • Bilder:
    © THV Herbosch-Kiere – Jan De Nul & MDK, Afdeling Kust

Storm surge barrier Nieuwpoort

Stormvloedkering Nieuwpoort

Verwendete Produkte
H-Profile
Z-Profile
Stahlbauhohlprofile
Anwendungsbereiche
Gründungen
Ort
Nieuwpoort, Belgium
Architekt
Arcadis
Jahr
2025

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